18/10/2006

Lehrmittel

1  Virtuelles Technisches Museum „Techneum“  Bereich Didaktik

Das Kuratorium für Technische Kulturgüter in Südtirol sucht Lehrpersonen, die interessiert sind, Unterrichtsmaterialien für ihr Fach und ihre Schulstufe zu erarbeiten, die Teil des Virtuellen Technik- Museums sein werden.Das Thema sind die technischen Kulturgüter in unserem Land mit Schwerpunkten:
Aufstiegsanlagen, Kraftwerke, Ingenieurbaukunst,  Architektur, Pioniere und Erfinder.
Diese Materialien werden als fertig vorbereitete Unterrichtsmodule zum Download angeboten.

Lehrpersonen können damit:

o        ohne viel Aufwand
o        eine südtirolspezifische Unterrichtseinheit in ihren Jahresstoff einbauen,
o        die sich optimal in den Lehrplan einfügt und gleichzeitig die
o         Motivation der SchülerInnen  steigert.

Die SchülerInnen arbeiten mit Computer und Internet. Ihre Leistung wird von der Öffentlichkeit wahrgenommen. Sie leisten Wertvolles für die Erwachsenenwelt. Sie knüpfen als Klasse Kontakte über die Grenzen des Klassenzimmers hinaus durch die Teilnahme an der Web-Community des Museums.

Das Kuratorium für technische Kulturgüter erwartet:
- eine Steigerung des Bekanntheitsgrades des Museums
- die Sensibilisierung für Ästhetik und den historisch-technischen Wert der Objekte
- Anregung zur Mitarbeit an der Erfassung neuer Objekte
- Einführung in die Handhabung der Internetplattform

2   ECKDATEN FUER LEHRPERSONEN:


o
     Ausarbeitung der Unterrichtsmaterialien
o      Die Materialien werden in der Grafik von Profis in ein passendes Layout    gebracht.
o      Erprobung der Materialien in der eigenen Klasse oder Begleitung der Erprobung durch eine andere Klasse.
o     Kurzer Bericht im Forum des Museums durch die Lehrkraft und im Anschluss ev. methodische Tipps aus der Praxis ins Material einarbeiten.
  Jede Lehrkraft erarbeitet ein  Modul. Ein solches besteht z.B. aus: Arbeitsblatt für SchülerInnen + didaktische Hinweise zur Durchführung + Erprobung in einer Schulstunde mit Kurzbericht.
o   Jede Lehrkraft liefert den vollständigen Text in elektronischer Form.           Eine Zeichnung (Hand oder Computer) des vollständigen Arbeitsblattes und alle Bilder etc.
Bewerbung um Mitarbeit und weitere Informationen beim Kuratorium

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Die geplanten Unterrichtsmodule
                                                               Diese Liste versteht sich als Anregung und umreißt den geplanten Umfang. Ein Modul kann ergänzt, abgeändert oder ersetzt werden.

4 
Allgemeine Module

1.
Grafische Bearbeitung

Alle Materialien werden von dem  Grafiker überarbeitet und in ein einheitliches Layout gebracht, das optimal auf das Layout des Museums und auf die jugendliche Zielgruppe gleichermaßen abgestimmt ist.

2. Präsention (PowerPoint oder Video)

In maximal 15 Minuten wird in die Technikgeschichte des Landes eingeführt. Ausgehend von Bekanntem wie Mitterhofers Schreibmaschine oder Kravogls Kraftrad wird die hervorragende Rolle unseres Landes in der technischen Entwicklung des späten 19. und des 20. Jh. aufgezeigt. Die Herausforderung waren und sind die Berge, wo Menschen und Waren gezielt hinauf gelangen, die überquert werden und von wo Wasser nutzbar gemacht und zu Tal fließt. Erste revolutionäre Seilbahnen und Kraftwerke werden als Beispiele angeführt. Den Ausklang bilden aktuelle technische Leistungen (z.B. auch das Museum selbst) und die Darstellung der Hauptaufgabe des Kuratoriums, technische Kulturgüter zu erhalten und oft auch einer neuen Nutzung zuzuführen.

3. ABC – Karten
Es werden Infokarten zum Ausdrucken gestaltet, womit sich Schüler in einer sog. ABC-Gruppen-Einheit selbständig mit den drei wichtigsten Typen technischer Kulturgüter in Südtirol vertraut machen. Es wird kurz erklärt, worum es sich beim jeweiligen Typ handelt. Was die Probleme waren, wie sie gelöst wurden. Zuletzt werden einige Beispiele aus verschiedenen Teilen Südtirols genannt und abgebildet.
Karte A: Alpiner Straßen- und Eisenbahnbau
Karte B: Aufstiegsanlagen
Karte C: Wasserkraftwerke

Die Karten sollen auch in einer vereinfachten Version für die 4. Klasse Grundschule bis 1. Klasse Mittelschule verfügbar sein. 

4. Spiel zur Einführung in die Nutzung des Museums
In einem höchstens 40-minütigem Spiel lernt man die verschiedenen Bereiche des Museums kennen. Man trägt sich als Mitglied der Community ein, nimmt an einer Diskussion teil, führt eine Recherche durch und veröffentlicht ev. Material im Museum hinein.
5.       Übersetzung
Ein Modul kann wahlweise in Deutsch oder Italienisch ausgearbeitet sein. Die jeweilige Übersetzung wird dann organisiert. 

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Fachbezogene Module

Fach Schulstufe Inhaltliche Anregung
Geographie Grundsschule und Mittelschule Karte von Südtirol mit bekannten technische Anlagen; SchülerInnen ergänzen z.B. Gemeinde, Flüsse, Berge o.a.Karte mit den Niederschlagsmengenzonen, technische Anlagen im Museum online suchen und nach Anweisung eingetragen, Fragen und Aufgaben zum Ergebnis
Geschichte 3. Klasse Mittelschule drei Zeitleisten: I wichtige Stationen der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. II die Entstehung bekannter technischer Objekte in Südtirol auf (z.B. Eröffnung Kohlerer Seilbahn). ev. Ergänzung mit Objekten der engeren Heimat; III Stationen aus der persönlichen Geschichte der SchülerInnen bzw. ihrer Familien
Kunst-erziehung Mittelschule Technische Objekte und Anlagen als Thema, Themenliste mit didaktischen Hinweisen – z.B. Phantasiethema zur Nutzung stillgelegter Areale, Vorschläge zur künstlerischen Technik, Infoblatt mit Beispielen aus der Kunstgeschichte,
n.b. die besten Arbeiten kann der Lehrer als Bildmaterial zum dargestellten Objekt im Museum veröffentlichen.
Technische Erziehung Mittelschule Pläne, technische Zeichungen, Modelle, Arbeitsblatt zur Funktion, ev. Bastelanleitung – Anregung: Wassergetriebene Murmelmühle wie im Volkskundemuseum Dietenheim zu sehen – diese schleift mit Wasserkraft Steine zu runden Murmeln.
Unterrichts-sprache Mittelschule
und
Oberschule
Lektion zu Fachbegriffen der Technik, Diskussionsthemen mit Hintergrundinformationen, Journalistische Lektionen Berichte Reportagen, didaktische Anleitung zur Textgestaltung beim Erfassen von Objekten,
zweite Sprache Mittelschule
und
Oberschule
Arbeitsblatt mit Dialog, Lückentext, Quiz o.ä. um die wichtigsten Ausdrücke zu diesen technischen Objekten auch in der zweiten Sprache zu erlernen, Themenvorschlag: „Familienausflug mit der Seilbahn“ oder „Wo und wie unser Strom erzeugt wird“
Englisch Mittelschule
und
Oberschule
Arbeitsblatt mit Dialog, Lückentext, Quiz o.ä. um die wichtigsten Ausdrücke zu diesen technischen Objekten auch in Englisch zu erlernen, Themen wie „Tourist am Skilift“
Physik Oberschule Physikaufgaben und Rechenbeispiele, die z.B. so gestaltet sind, dass die Daten zu einem Objekt aus dem Museum bezogen werden. Damit kann die Aufgabe direkt an ein Beispiel aus der näheren Umgebung der SchülerInnen gekoppelt werden und immer neue Lösungen kommen vor.
Wirtschafts-kunde Oberschule Energie, Transport oder Tourismus in Südtirol jeweils auch historisch verknüpft

6  Warum wird die Zusammenarbeit mit SchülerInnen, Lehrpersonen und Schulen gesucht?

Im Kontext des Virtuellen Technik-Museums kommt natürlich der Zusammenarbeit und Integration von jungen Menschen besondere Bedeutung zu und zwar aus folgenden Gründen:

  • Was man als junger Mensch wahrzunehmen und zu schätzen gelernt hat, wird dauerhaft verankert bleiben.
  • Viele junge Leute, zeigen eine natürliche Neugier gerade für technische Zusammenhänge. Hier hat man ein überschaubares Objekt, an dem Zusammenhänge und Wirkungen beobachtet und verstanden werden können. Das befriedigt den Forscherdrang und die Neugier. Die analytischen Denkfähigkeiten sind für den Schüler klarer erfahrbar und früher entwickelt als die synthetischen, welche sich als reife Urteilskraft mehr auf Erfahrung gründen und später ausformen. Viele junge Leute träumen schließlich davon, Forscher zu werden.
  • Im technischen Bereich kann man produktiv tätig sein. Es können Modelle gebaut, Geräte repariert, Pläne gezeichnet, Berichte geschrieben und Medien erstellt werden. Zu letzterem gehört auch vor allem die direkte Arbeit im Museum: Digitalfotografie, Textverarbeitung, Veröffentlichung im Internet etc.
    Man bedenke, dass gerade in diesem Alter Modellbau zu den beliebsteten Freizeitbeschäftigungen gehört und viele junge Leute träumen schließlich auch davon, Erfinder zu werden.
  • Die sinnvolle Integration von technischen Lösungen in eine möglichst intakte Natur und ohne Schaden für die Lebens- und Wohnsituation der Bevölkerung stellt schließlich eine der Hauptaufgaben für die kommende Generation dar.

Aus diesen Gründen strebt das Kuratorium mit dem Projekt des Virtuellen Technik-Museums eine möglichste enge Zusammenarbeit mit jungen Menschen im Allgemeinen und mit Schulen im Besonderen an. Diesen Bereich betreuen Norbert Frenes, Physiklehrer an der Geometerschule in Bozen.

7
 
Möglichkeiten des Museums

Die entstehende Plattform im Internet für diese Projekte bildet das Virtuelle Technik-Museum, das folgende Möglichkeiten im Bereich Schüler und Jugend bieten wird:
1.      Informationsmaterial und Medien für den Unterricht
2.      Übungen und Lernspiele
3.      Mitarbeit an der wissenschaftlichen Erfassung von Objekten
4.      Eigene Webseiten rund um das Thema Technik im Alpenraum

Im Einzelnen mehr dazu:

1.  Informationsmaterial und Medien für den Unterricht
Das Virtuelle Technik-Museum stellt einführendes Material für Lehrpersonen und Schüler zur Verfügung, mit deren Hilfe eine Einführung in das Thema „Technische Kulturgüter in Südtirol“ leicht und ohne Vorkenntnisse möglich sein wird.
Das Material wird auch differenziert für verschiedene Schulstufen angeboten.


2.  Übungen und Lernspiele
Das Virtuelle Technik-Museum bietet nach Schulstufen und Fächern differenziert Übungsblätter und Lernspiele an, mit dem die Lehrperson es leicht hat, das Thema „Technische Kulturgüter in Südtirol“ in ihren Lehrplan zu integrieren.
Diese Übungen sind zumeist auf Teamarbeit hin konzipiert, legen den Schwerpunkt auf das selbstgesteuerte Lernen und schließen den Computereinsatz und das Internet als integrale Bestandteile ein. Dadurch werden sie zu einer bereichernden Ergänzung des Unterrichts, ohne nennenswerten Mehraufwand für die Lehrperson.
Mitarbeit an der wissenschaftlichen Erfassung von ObjektenWie andere ehrenamtliche Mitarbeiter können auch Schülergruppen und Klassen unter der Leitung von im jeweiligen Bereich kompetenten Lehrkräften an der Erfassung von neuen Objektkategorien mitarbeiten. Dies ist bereits geschehen z.B. durch eine Gruppe von Geometerschülern, welche unter der Leitung von Prof. Frenes die Elektrizitätswerke erfasst haben. Hier erfährt der Schüler sich wirklich als Teil der Erwachsenenwelt, denn er macht ja im Grunde Analoges zu einem Erwachsenen, der einen Forschungsauftrag übernimmt. Er muss akribisch und systematisch vorgehen, er muss, um die Qualitätskriterien zu erfüllen, sich Anforderungen von außen stellen, die an seine Arbeit herangetragen werden. Dieser Zweig eignet sich eher für technische Oberschulen mit den entsprechenden Fachlehrern.Über Online-Formulare können bei geringer Einarbeitungszeit (2 Stunden ca.) SchülerInnen ihre Projekte direkt ins Netz stellen. Ihre Arbeit wird damit ohne Kosten sofort veröffentlicht. (Ähnlich wie beim Südtiroler Bildungsserver Blikk, von dem aus die Arbeiten auch zugänglich sein sollten.) Die Formulare bieten die Möglichkeit, Überschriften, mehrere Textblöcke, Bilder mit Bildunterschriften und Links zu Dokumenten oder Websites einzugeben und hoch zu laden.Die Öffentlichkeit ihrer Arbeit stellt bei allen Projekten eine wichtige Motivationshilfe dar. Die Schüler wissen, warum sie sich auch ohne Notendruck um eine gründliche und sprachlich, inhaltlich und optisch überzeugende Arbeit bemühen müssen. Schließlich wird ihre Arbeit Teil eines größeren Ganzen und auch von einer außerschulischen Öffentlichkeit wahrgenommen. Die Erfahrung zeigt, dass dadurch der Einsatz von vielen ganz außerordentlich ist. Der Lehrer wird als kompetenter Partner wahrgenommen und dies führt zu mehr Kooperation und Teamgeist.Eigene Webseiten rund um das Thema Technik&Alpenraum   Die Schüler können eigene Websites zu ihren Projekten gestalten, die dann vom Virtuellen Technischen Museums aus zugänglich sein werden und dort den Webspace finden. Hier steht den technisch versierten die ganze Bandbreite der modernen Webprogrammierung zur Verfügung, wie z.B. Einbindung von Medien und Interaktion mit dem Benutzer über JavaSkript, Flash bis hin zu PHP.