12/10/2005

Der Draht zum Himmel

Der Draht zum Himmel


Fast ein Jahrhundert lang hat Südtirol Seilbahngeschichte geschrieben. Grund genug, eine Podiumsdiskussion zum Thema Südtirols Seilbahnpioniere zu organisieren, bei der am 31. August 2001 Zeitzeugen im Vereinshaus von St. Leonhard (Abtei) teilnahmen. Mit dem Ausbau des größten Skikarussels der Welt aus bescheidensten Anfängen hatten Pioniere wie Erich Kostner und Erich Kastlunger neue Maßstäbe gesetzt. Sie und andere Pioniere sprachen über ihre Erinnerungen, die Aufbruchstimmung der ersten Jahre und ihre Zukunftsträume. Weitere Diskussionsteilnehmer waren Kurt Leitner, Heinz Zeller, Hubert Zuegg und Erich Demetz.

Neugierig? Dann steigen Sie ein...

    Südtirols Seilbahnpioniere
Der Film "Der Draht zum Himmel. Seilbahnen und ihre Erbauer in der Pionierzeit" von Siegfried Kollmann zeigt wie nachhaltig Südtirols Wirtschaftsgeschichte geprägt ist vom Lebenswerk einiger Männer, die als Ingenieure an der Entwicklung der Seilbahntechnik maßgeblich beteiligt waren, und von Unternehmern, die den Geist der Zeit erkannt hatten. Sie setzten auf den Wintersport und haben Recht behalten. Der Wintertourismus ist heute zu einem wichtigen Faktor der heimischen Wirtschaft geworden.
    Freie Fahrt
Atemberaubendes Panorama mit schneebedeckten Zweittausendern, funkelnde Eiskristalle, die sich scharf abheben vom Blau des alpinen Himmels. Schnelle Skifahrer auf der Piste ... und daneben eine hochmoderne, leistungsstarke Aufstiegsanlage. So präsentiert sich heute die alpine Berglandschaft. Das ist auch das Verdienst Südtiroler Seilbahnpioniere.
    Kreative Köpfe
Wer waren sie? Diese Südtiroler Pioniere, die Neues gewagt haben, technische Lösungen für einen bequemeren Aufstieg auf den Berg entwickelt haben, die die Wege gebahnt haben für den florierenden Wintertourismus der Gegenwart. Was hat sie dazu bewogen, die alten Bahnen zu verlassen und sich auf unbekanntes Terrain zu begeben?
    Technische Entwicklungen
Kaum jemand denkt bei Seilbahnen an Wolkenkratzer. Doch beiden ist eines gemeinsam: Seilbahn und Aufzug im Hochhaus brauchen das Drahtseil, um Personen sicher nach oben zu bringen. Und dieses wurde durch den Bedarf der amerikanischen Cabel Cars (Standseilbahn in Städten) und der Aufzüge in den Hochhäusern Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt und so verbessert, dass schon 1908 die erste öffentlich zugängliche Personenseilbahn der Welt von Bozen nach Kohlern in Betriebe gehen konnte. Heute werden auf Südtiroler Berggipfel viele Tausend Menschen mit Seilbahnen sicher und schnell transportiert.
    Wirtschaftsmagnet
Die Bergregionen der Alpen waren bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts arme Gegenden, in denen die meisten Menschen vor allem von den geringen Erträgen der kärglichen Land- und Viehwirtschaft lebten. Doch Not macht erfinderisch. Einfallsreiche Südtiroler hatten erkannt, dass nicht in der Bewirtschaftung, sondern im Fremdenverkehr durch die Ästhetisierung der Berglandschaft die Zukunft lag. Gleichzeitig ermöglichte die technische Entwicklung der Seilbahnen den bequemen und ökonomischen Material- und vor allem Personenverkehr von der Talsohle zu den Bergdörfern bzw. später zu den Bergstationen.
    Die Filmdokumentation

Freie Fahrt

 

Seilbahnbau und Wintertourismus


Atemberaubendes Panorama mit schneebedeckten Zweittausendern, funkelnde Eiskristalle, die sich scharf abheben vom Blau des alpinen Himmels. Schnelle Skifahrer auf der Piste ... und daneben eine hochmoderne, leistungsstarke Aufstiegsanlage. So präsentiert sich heute die alpine Berglandschaft. Das ist auch das Verdienst Südtiroler Seilbahnpioniere.


Der Wintersporttourismus ist zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in den Alpen geworden. Das war nicht immer so. Erst in den 50er Jahren hat man die Südtiroler Bergwelt für die Massen zugänglich gemacht. Das war möglich, weil sich einige Südtiroler entschlossen hatten, dem Skifahrer „eine Bequemlichkeit“ (Erich Kostner, Seilbahnbetreiber), d.i. Aufstiegsanlagen, zu bauen. Das war der Anfang. Zuerst in den Gebieten, in denen schon vor dem 2. Weltkrieg zaghaft Wintertourismus eingesetzt hatte, und dann auch in anderen hochalpinen Räumen Südtirols. Das größte Skikarussell der Welt befindet sich heute hier: Im Dolomiti-Superski (seit 1974) haben sich 12 Talschaften mit 1220 km Piste zusammengeschlossen zu einem unvergleichlich großen und abwechslungsreichen Skigebiet.
Dem Lebenswerk heimischer Seilbahnerbauer ist das Kuratorium für Technische Kulturgüter der Provinz Bozen nachgegangen. Bereits im Sommer 2001 hat das Kuratorium zu einer „Begegnung mit den Zeitzeugen“ geladen. Im Gadertal, der Wiege des Wintertourismus, kamen dann auch die Männer zu Wort, die mitgeholfen haben, den Südtiroler Wintersport aufzubauen. Sie revolutionierten die Seilbahntechnik, konstruierten die ersten Aufstiegsanlagen in Südtirol, brachten Beschneiungsanlagen ins Land, erfanden den Skipass und errichteten Skigebiete. Die Rede ist von den Seilbahnkonstrukteuren Kurt Leitner, Heinz Zeller, Hubert Zuegg und Luis Zuegg, Hans Trojer, Karl Hölzl, die Seilbahnunternehmer Erich Kostner, Erich Kastlunger und Erich Demetz. Abschließender Höhepunkt der Veranstaltung war ein gemeinsamer Ausflug zum auf 2.045 m hoch gelegenen Wallfahrtsort Heiligenkreuz am Fuße des Kreuzkofel (Naturpark Fanes, Senes, Braies), der schon 1960/61 durch einen Lift erschlossen wurde.

Kreative Kopfe

Die Pioniere: Kurzportraits


Ohne sie müssten wir wohl noch heute zu Fuß durch den Schnee stapfen, den Hang im Schweiße unseres Angesichts erarbeiten, um dann wohlverdient die schnelle Abfahrt zu genießen. Doch sie wussten es besser. Sie erkannten den Geist der Zeit, bemerkten, dass sich viele Skifahrer insgeheim ein bequemeres Nach-Oben-Kommen wünschten, stellten sich der unternehmerischen Herausforderung, entwickelten neue technische Lösungen für den Aufstieg und brachten mit ihrem Lebenswerk nachhaltige Impulse für die heimische Wirtschaft.


Hubert Zuegg (geb. 1936 in Lana, gestorben am 6. Jänner 2003)
1975 Schnalstalbahn Kurzras-Grawand- damals mit Kabinen für 80+1 Person die größte Italiens und die erste mit zwei Tragseilen pro Kabine. Ingenieurdiplom in Graz, 1954 Eintritt bei Ing. Luis Hölzl in Meran, ab 1963 eigenes Planungsbüro für Pendelbahnen, Ski- und Sessellifte. 1975 Schnalstalbahn Kurzras-Grawand- damals mit Kabinen für 80+1 Person die größte Italiens und die erste mit zwei Tragseilen pro Kabine. 1967-77 leitet Hubert Zuegg die Italien – Niederlassung des österreichischen Seilbahnunternehmens Doppelmayer und baut 60 Skilifte und 20 Sessellifte. 1977 bis 2001: Erneuerungen geschichtsträchtiger Anlagen wie die Vigiljochbahn oder Seilbahn Meran-Hafling. Letzte Arbeitsschwerpunkte: Programmierung und Bauleitung für die in Italien alle zehn Jahre vorgeschriebenen Generalrevisionen von Aufstiegsanlagen sowie Materialseilbahnen für Schutzhütten wie „Schöne Aussicht“ – und Similaun-Hütte in Schnals, Radlsee-Hütte oder Tribulaun-Hütte.
Luis Zuegg (geb.1876 in Lana, gest. 1955 in seiner Villa Storietta)
Er schafft die technischen Voraussetzungen für den „Seilbahnboom“ der Zwischenkriegszeit (System Bleichert – Zuegg). Heinz Zeller, von Hölzl Seilbahntechnik, im Interview über Luis Zuegg, der als „Urvater der Seilbahnen“ gilt :
((2.00 Min.)) "Der Ingenieur Zuegg war ein genialer Mann, der in seiner Jugendzeit die Seilbahntechnik revolutioniert hat. Er hat Prinzipien aufgestellt, die heute noch Gültigkeit haben. Die Seilbahnen werden, was die Mechanik, also Seile, Kabinen, Bremsen, Telefonie und dergleichen, die werden, diese Prinzipien werden heute alle noch eingehalten. Die sind nie wesentlich verbessert worden. Das war eine geniale Leistung. ... wir haben ein Beispiel da bei der Seilbahn Lana-Vigiljoch, die seinerzeit 1912 gebaut worden ist, und für diese Strecke 42 Stützen gebraucht hat und später von Zuegg dann umgebaut worden ist und heute noch so da steht, man hat heute nur mehr vier Stützen gebraucht."
Er schafft die technischen Voraussetzungen für den „Seilbahnboom“ der Zwischenkriegszeit, der mit dem zweiten Weltkrieg ein jähes Ende findet. Erst in den 50er und 60er Jahren knüpft man wieder an die „technischen Erfahrungen“ der Vorkriegszeit an.
Luis Zuegg erhält seine Ausbildung zum Ingenieur in Graz, arbeitet ab 1901 als Assistent an der Technischen Hochschule. Nach seiner Rückkehr 1903 baut er ein 1000 KW-Stromkraftwerk in Lana und plant die 1906 eröffnete Straßenbahn zwischen Lana und Meran. Zusammen mit seinem Bruder Josef gründet er eine Braunpappenfabrik. Um den Holztransport zu erleichtern, baut Zuegg kurzerhand eine Materialseilbahn. 1912 beendet er den Bau der Seilbahn „Lana- Vigiljoch“, die er - mit Hilfe der im ersten Weltkrieg gewonnenen Erfahrungen im Bau von Materialseilbahnen - nach den revolutionären Techniken umbaut: Ein gespannteres Tragseil verlängert dessen Lebensdauer, die Anzahl der Stützen konnte reduziert werden und die Fahrtgeschwindigkeit beschleunigt werden (System Bleichert-Zuegg). 1923 baut er die modernste Aufstiegsanlage der Zeit: die Schwebebahn Meran-Hafling. Die überaus fruchtbare Zusammenarbeit mit Dr. Ing. Karl Hölzl beginnt 1926 und dauert bis 1937. 1938 zieht sich der findige Ingenieur Luis Zuegg aus seinem Berufsleben zurück.
Karl Hölzl (geb. 1901 in Meran, gest. 1971 in Meran)
1947 nimmt der von ihm im Auftrag von Erich Kostner konstruierte erste kollaudierte Sessellift Italiens auf den Col Alto im Gadertal seinen Betrieb auf. Hölzl studiert in Graz Ingenieurstechnik, arbeitet von 1926 bis 1937 in der Firma Zuegg mit, die Seilbahnen errichtet wie z.B. die Seilbahnen Meran-Hafling und St. Ulrich-Seiser Alm, um sie dann in Eigenregie zu betreiben. Beim Ausbruch des 2. Weltkrieges stellt die Firma Zuegg ihre Tätigkeit ein. Während des Krieges arbeitet Hölzl als Industriemanager in Köln und Berlin. Nach Kriegsende kehrt er nach Meran zurück, wo er erfolgreich das Lebenswerk der Brüder Zuegg weiterführt. Schon 1947 nimmt der von ihm im Auftrag von Erich Kostner konstruierte erste kollaudierte Sessellift Italiens auf den Col Alto im Gadertal seinen Betrieb auf. Der Bau dieser Bahn ist eine Pionierleistung, denn der Ingenieur hat weder mit dieser Technik Erfahrung, auf dem Markt gibt es noch keine geeignete Maschinenelemente und er muss eine entsprechende Werkstatt finden, die Scheiben, Stützen, Sessel herstellt. Das fehlende Material bezieht er dann aus den Beständen der Kriegslager, einen geeigneten Partner findet er bei der Firma Leitner aus Sterzing. Im Interview erinnert sich Erich Kostner an die Arbeitsdisziplin des Ingenieurs, die das große Verantwortungsbewusstsein des Ingenieurs zeigt. Er muss unter großem Zeitdruck eine Aufstiegsanlage errichten mit deren Technik er noch wenig Erfahrung hat:
((6.16 Min.))"Er war ein sehr strenger Mensch und vielleicht auch ein bisschen nervös. Ich kann mich halt erinnern einmal am selben Tag 11 Mal auf den Col Alt zu Fuß hinaufgelaufen bin. Einmal hat das gefehlt, einmal hat das andere gefehlt, zum Schluss, es war schon ziemlich spät am Abend habe ich noch müssen eine Kreide holen, die hat er einfach gebraucht. Und das war das 11. Mal, dass ich hinaufgestiegen bin."
Ab 1948 arbeitet Hölzl mit der Firma Hans Trojer in Algund zusammen, die sich in den Nachkriegsjahren auf die Produktion von Seilbahnen spezialisiert hat und mit der er zahllose Sessel- und Skilifte realisiert. Die Kooperation mit Hans Trojer endet 1953. Jetzt baut Ing. Karl Hölzl als alleiniger Generalunternehmer Pendelbahnen, die abgelegene Bergdörfer mit der Talsohle verbinden sollten (z.B. Vöran, Mölten, Meransen) und ab den 60er Jahren Seilbahnen zu reinen Fremdenverkehrszwecken. Bei der verkehrstechnischen Anbindung der Bergdörfer plant er nicht nur die Bahnen, sondern bemüht sich auch um deren Finanzierung, indem er sich um die Vergabe von Beträgen der öffentlichen Hand kümmert, die den Bau vieler Bahnen erst ermöglicht. 1967 tritt Hölzl in den Ruhestand und übergibt die Firma dem Neffen Heinz Zeller.

Hans Trojer (geb. 1905 in Algund, gest. 1992 )
Das Skigebiet Meran 2000 ist das Werk der Trojer AG. Troyer besucht in Innsbruck das Realgymnasium. Mit 21 Jahren übernimmt er nach dem Tod seines Vater die Schmiede in Algund. Das ist die Geburtsstunde der Hans Trojer AG, in der Zwischenkriegszeit einzige Ausbildungsstätte für viele Techniker, die bis 1946 Pumpen und Dreiräder produziert, sich aber nach Kriegsende auf die Produktion von Seilbahnen spezialisiert. Schon 1946 baut Trojer einen Einmannsesselift auf den Josefsberg bei Meran. Es ist der erste Sessellift in Italien, dessen Kollaudierung aber nicht mehr belegt werden kann. Die Firma Hans Trojer wird in den Nachkriegsjahren zum Marktführer bei der Herstellung von Sessel- und Skiliften. Mit den ca. 200 gebauten Anlagen beliefert Trojer in Kooperation mit Ing. Karl Hölzl ganz Vinschgau. Die Zusammenarbeit mit Ing. Karl Hölzl dauert von 1948 bis 1953. Zu Beginn der 60er Jahre nimmt Trojer dann ein Megaprojekt in Angriff: Zusammen mit einer Bozner Baufirma und einem heimischen Gastwirt will er ein eigenes Skigebiet aufbauen: Das Skigebiet Meran 2000 ist das Werk der Trojer AG. Doch das Projekt wird der Firma zum Verhängnis und bringt ihr den Ruin. Heute ist die Firma Trojer wieder eine Schlosserei.
Einfallsreichtum und technisches Geschick waren in der Nachkriegszeit notwendig, wenn es darum ging, aus nichts einen Sessellift zu bauen: Der Sohn, Sebastian Albert Trojer, erinnert sich an den Bau dieses ersten Sesselliftes auf den Meraner Hausberg. Ob er auch kollaudiert war, lässt sich durch Dokumente nicht mehr belegen:
((18.17 Min.)) "Ja, der erste Sessellift auf den Josefberg, das war natürlich ganz ein einfacher Sessellift, die ganzen Stützten, die da gemacht worden sind, die sind noch alle mit den „ranti“, die Kräfte außen an der Stütze sind noch mit Seilspannungen abgehalten worden und die Rollenbatterien waren praktisch gesagt Panzerrollen, die man dazu verwendet hat. Ja, praktisch gesagt uns hat der Vater immer gesagt, dass unser Lift der erste Lift in Italien kollaudiert war, ja ob noch einige eigens gebaut worden sind? aber als kollaudierter Lift war unser der erste. So hat er uns das immer gesagt und so haben wir das immer auch weiter erzählt."

Heinz Zeller (geb. 1936 in Meran)
Interessanteste Innovation für Seilbahnen mit Doppeltragseilen ist das erstmals am Stilfersjoch verwirklichte Stabilisierungssystem „Funifor“. Der Meraner Seilbahnpionier Karl Hölzl hatte 1967 Heinz Zeller mit zwei weiteren Mitarbeitern zum Nachfolger bestimmt. Bis 1997 ist er Präsident der Firma Hölzl Seilbahnbau GmbH in Lana. Seit 2001 Doppelmayer Italia, Bau zahlreicher bekannter Bahnen in Südtirol und Trentino sowie im Ausland, beispielsweise 1980: Mühlbach-Meransen, Sexten-Helm, 1981: Piz La Villa, 1983: Plan de Gralba-Piz Sella, 1990: Nebelhorn-Gipfelbahn im Allgäu, 1982: Zugspitzenbahn mit Panorama Aufzug in Garmisch, 1994: Bregenz Pfänder in Vorarlberg, 1995: Pordoipass-Sass Pordoi. Interessanteste Innovation für Seilbahnen mit Doppeltragseilen ist das erstmals am Stilfersjoch verwirklichte Stabilisierungssystem „Funifor“. 2002: Panoramabahn Malcesine-Monte Baldo, mit Kabinen, die sich während der Fahrt um die eigene Achse drehen. Heinz Zeller verabschiedet sich:
((14.10 Min.))"Einerseits ist das sicherlich, für mich ist das die letzte Herausforderung gewesen, vor allen Dingen den Auftrag zu bekommen, dieses große Projekt zu realisieren, andererseits sage ich, hinter mir sind die Jungen, eine junge Truppe, mit denen ich viele Jahre arbeiten durfte und die in der Lage sind also die Tradition fortzuführen und ich bin überzeugt, dass die genauso schöne Bahnen bauen werden als wie wir sie bisher gebaut haben."
Kurt Leitner (geb. 1936, gest. am 15.09.2004)
Bei den Lift- und Seilbahnerschließungen der Dolomiten hat die Firma Leitner zunächst unter Ernst Leitner sen. entscheidend mitgewirkt. Ausbildung in Bozen und Innsbruck, 1958 Eintritt in das seit 1888 bestehende Familienunternehmen Leitner in Sterzing. Bis 2001 als Präsident tätig, ist Kurt Leitner heute Ehrenpräsident der Leitner AG. Bei den Lift- und Seilbahnerschließungen der Dolomiten hat die Firma zunächst unter Ernst Leitner sen. entscheidend mitgewirkt. Die Ära von Kurt Leitner stand im Zeichen der internationalen Expansion nach ganz Europa, USA und Asien. 1999 Erwerb des Bereichs Seilbahntechnik von Waagner Biro Wien und Poma Frankreich. Höchste Popularität errang Leitner mit den Expo Bahnen in Sevilla 1992 und 2000 in Hannover. Weltweit größtes Leitner-Projekt ist die 2004 in Betrieb genommene 2-Seil-Umlaufbahn Seis-Seiser Alm. Innovatives Projekt: die Minimetro in Perugia. Die Seilbahn wird als städtisches Transportsystem (wieder)entdeckt. Kurt Leitner:
((24.58 Min.))"Wir haben auch in den letzten Jahren einen Trend gesehen, der die Seilbahn auch in den urbanen Bereich hineinbringt. Wir haben in verschiedenen Großstädten schon solche Bahnen gebaut und haben vor etwa 15 Jahren bereits begonnen, eine urbanes Transportsystem zu entwickeln."
Als Präsident am 19. Juli 2001 abgetreten, war Kurt Leitner bis zu seinem Tod Ehrenpräsident der Leitner AG.
Erich Kastlunger (geb. 1929 in St. Vigil in Enneberg, gest 26. Februar 2004)
1978 erster kuppelbarer Sessellift Italiens und 1980 Vollbeschneiung seiner Miara-Piste unter Einsatz von damals noch sündteuren Geräten aus Amerika. Ausbildung in Innsbruck, beginnt als technischer Zeichner in Bozen. 1954 Ski- und Bergführerprüfung zusammen mit Hans Erlacher, der die Skischule Sankt Vigil 1948 neu aufbaut. Der Skirennläufer Erich Kastlunger eröffent ein Sportgeschäft und spart sich sein Startkapital als Seilbahnunternehmer zusammen. 1967 baut er den ersten Lift von Enneberg auf den Kronplatz – der Brunecker Hausberg war seit Weihnachten 1963 durch eine Seilbahn erschlossen. 1973 erreicht er sein Traumziel, das Brunecker Skigebiet mit St. Vigil und Olang zu verbinden. Er war einer der Gründerväter von Dolomiti Superski. 16 Jahre Präsident von Skirama Kronplatz . Immer wieder beweist Kastlunger seinen Sinn für Innovation: 1978 mit dem ersten kuppelbaren Sessellift Italiens oder 1980 mit der Vollbeschneiung seiner Miara-Piste unter Einsatz von damals noch sündteuren Geräten aus Amerika.
Erich Kastlunger:
((21.31 Min.))"Das war sehr kompliziert, weil es in Europa nur drei kuppelbare Sessellifte in Frankreich von der Firma Pomagalski gegeben hat. Und ich habe mir die angeschaut und habe für diese Miara-Piste dann diesen ersten kuppelbaren Sesselift gebaut und der hat sehr großen Erfolg gehabt."
Erich Kostner ( geb. 1929 in Corvara)
1947 Bau des ersten kollaudierten Sessellifts in Italien auf den Col Alt. Sohn des legendären Bergführers und Hoteliers Franz Kostner, Hotel Posta Zirm in Corvara. 1947 Bau des ersten kollaudierten Sessellifts in Italien auf den Col Alt. Im Interview:
((5.10 Min.))"Wir haben damals ja nicht gewusst, was wir da bauen. Man hat zwar von Sessellift gesprochen, wir haben ja keine Ahnung gehabt, was das ist. Die Vorstellung war, dass da natürlich ein Seil draufkommt auf die Stützen und ich habe mir gedacht, dass da vielleicht Sessel mit einer Kette aufgehängt, ich habe an diese wie heißt diese Einrichtung da, Lunapark, (Karussell im Rummelplatz, Anm. der Red.) gedacht."
1952 Gründer des Seilbahnverbandes der Provinz Bozen und Gründungsmitglied der Sektion Seilbahnen im italienischen Verband für Transportwesen. 1952 Gründer des Fremdenverkehrsamtes Corvara. Ab 1972 unter den Gründervätern von „Dolomiti Superski“. Diesem größten Skikarussell der Welt ist auch das von Kostner aufgebaute, ganze Hochabtei umfassende Skicarosel Alta Badia angegliedert. Erich Kostner ist als Seilbahn- und Tourismuspionier weit über Südtirol hinaus bekannt.
Erich Demetz (geb. 1938 in Wolkenstein)
1970: Einführung des ersten elektromechanischen Skipasssystems in Italien mit Gültigkeit für Gröden und Seiser Alm. 1963-70 Präsident Skiclub Gröden, 1970: Einführung des ersten elektromechanischen Skipasssystems in Italien mit Gültigkeit für Gröden und Seiser Alm. 1970 Technischer Leiter der alpinen Ski-Weltmeisterschaft in Gröden, langjähriger Präsident des Grödner Weltcup-Komitees. 1970-92 Vizepräsident des italienischen Wintersportverbandes. 1975-94 Vorstandsmitgleid des internationalen Skiverbandes FIS, seit 1986 Präsident des FIS Weltcupkomitees als Nachfolger des Weltcupgründers Serg Lang.

Technische Entwicklungen

Technische Entwicklungen


Ohne Wolkenkratzer keine Pistenflitzer
Kaum jemand denkt bei Seilbahnen an Wolkenkratzer. Doch beiden ist eines gemeinsam: Seilbahn und Aufzug im Hochhaus brauchen das Drahtseil, um Personen sicher nach oben zu bringen. Und dieses wurde durch den Bedarf der amerikanischen Cabel Cars (Standseilbahn in Städten) und der Aufzüge Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt und verbessert, dass schon 1908 die erste öffentlich zugängliche Personenseilbahn der Welt von Bozen nach Kohlern in Betriebe gehen konnte. Heute werden auf Südtiroler Berggipfel viele Tausend Menschen mit Seilbahnen sicher und schnell transportiert.
Das System Bleichert- Zuegg


Doch so richtig durchsetzen konnte sich die Schwebebahn erst mit Luis Zueggs revolutionären Erfindungen, die die Kosten für den Bau einer Bahn wesentlich senkten: Er erhöhte die Spannung der Drahtseile. Dadurch bog sich das Seil unter der Last weniger. So brauchte man weniger kostenintensive Stützen, die Lebensdauer des Drahtseiles wurde verlängert und die Fahrgeschwindigkeit erhöht. Diese Technik hat sich bis heute nicht grundsätzlich geändert. Die erste nach diesem Prinzip gebaute Bahn ging 1923 von Meran nach Hafling in Betrieb. In der Zwischenkriegszeit wurden in Südtirol zahlreiche Zweiseilpendelbahnen für touristische Zwecke gebaut, die die Tahlsohle mit den höher gelegenen Ausflugszielen oder Bergdörfern verband.
Vom Schlitten zum Sessellift


Für den ab der Jahrhundertwende in Mode kommenden Skisport entwickelte man Schlittenlifte als Aufstiegshilfen. Dabei beförderte ein großer Schlitten 30 bis 40 Personen, der mit einer Seilwinde hochgezogen wurde. Die erste Anlage dieser Art wurde in Südtirol 1938 in Corvara und auf der Seiser Alm gebaut. Da sie zu langsam und unhandlich waren, musste man ein anderes Transportsystem entwickeln: Schlepplifte wurden gebaut. Aber der große Aufschwung des Winterfremdenverkehrs setzte erst nach dem 2. Weltkrieg ein. Jetzt baute man fix geklemmte Ein-Mann-Sessellifte. Oft wurden sie auch in der eigenen Werkstatt aus Wehrmachtsbeständen zusammengebastelt. Darüber berichtet Sebastian Trojer aus Algund:
((18.17 Min.)) "Ja , der erste Sessellift auf den Josefberg, das war natürlich ganz ein einfacher Sesselift, die ganzen Stützten, die da gemacht worden sind, die sind noch alle mit den „ranti“, die Kräft außen an der Stütze sind noch mit Seilspannungen abgehalten worden und die Rollenbatterien waren praktisch gesagt Panzerrollen, die man dazu verwendet hat."
Mehr Komfort und Sicherheit durch kuppelbare Umlaufbahnen


Die Geburtsstunde der Sessellifte in Italien leitete Erich Kostner 1947 mit dem Bau des ersten kollaudierten Sesselliftes auf den Col Alt ein. In der Folgezeit boomte der Wintertourismus, der den Bau der Aufstiegsanlagen vorantrieb. Schon 1950 beförderten 12 Einseilbahnen mit ständig am Seil verbundenen Sessel, 2 Standseilbahnen, fünf Zweiseilbahnen und 7 Schlepplifte den Skifahrer nach oben. 2001 gab es insgesamt 400 Aufstiegsanlagen in Südtirol. Erst in den letzten Jahren ist die Anzahl der gesamten Anlagen stagnierend. Der heutige Trend liegt in der Komfortverbesserung, Erhöhung der Sicherheitsstandards und Maximierung der Förderleistung. So etwa mit dem Bau des ersten kuppelbaren Sesselliftes, der in Südtirol von dem Sesselliftbetreiber Erich Kastlunger 1979 auf dem Kronplatz errichtet wurde und dem Passagier das Einsteigen um einiges erleichtert und damit auch die Verletzungsgefahr verringert. Erich Kastlunger erinnert sich:
((21.31 Min.)) "Das war sehr kompliziert, weil es in Europa nur drei kuppelbare Sessellifte in Frankreich von der Firma Pomagalski gegeben hat. Und ich habe mir die angeschaut und habe für diese Miara-Piste dann diesen ersten kuppelbaren Sesselift gebaut und der hat sehr großen Erfolg gehabt."
Kuppelbare Umlaufbahnen mit betrieblich lösbaren Klemmen lösen seit den 80er Jahren immer mehr Schlepplift und Zweiseilpendelbahnen ab, sodass in der Zwischenzeit gut 40% aller kuppelbaren Anlagen Italiens in Südtirol stehen.
Die Seilbahningenieure waren auch immer um die Verbesserung der Sicherheitsstandards bemüht. So entwickelt die Firma Hölzl aus Lana, heute Doppelmayr Italia, in den 90er Jahren das „Funifor-System“, das die Bahn gegen Windstöße unempfindlich macht, weil der Abstand zwischen beiden Tragseilen größer ist als die Breite der Kabine. Dieses System wurde beim Bau der Stilfser Joch Bahn angewandt.

Wirtschaftsmagnet

Seilbahnen und Wintertourismus


Impulsgeber für die Wirtschaft

Die Bergregionen der Alpen waren bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts arme Gegenden, in denen die meisten Menschen vor allem von den geringen Erträgen der kärglichen Land- und Viehwirtschaft lebten. Doch Not macht erfinderisch. Einfallsreiche Südtiroler hatten erkannt, dass nicht in der Bewirtschaftung, sondern im Fremdenverkehr durch die Ästhetisierung der Berglandschaft die Zukunft lag. Gleichzeitig ermöglichte die technische Entwicklung der Seilbahnen den bequemen und ökonomischen Material- und vor allem Personenverkehr von der Talsohle zu den Bergdörfern bzw. später zu den Bergstationen.
Verkehrsmittel Seilbahn


Für die Bergbevölkerung brachte der erste Bauboom (ab 1908) der Zweiseilbahnen eine große Erleichterung in der Anbindung an das Verkehrsnetz und Wirtschaftstreiben im Tal. Erst die Erschließung durch Straßen in den 60er Jahren haben die Seilbahnen zum Teil überflüssig gemacht. Doch zunächst war die Seilbahn ein für Menschen aller Altersgruppen leicht zugängliches und kostengünstiges Verkehrsmittel. Bis vor kurzem wurde aber auch Vieh mit der Seilbahn transportiert, z.B. vom Tschöggelberg zum Bozner Viehmarkt, das, wenn auch widerwillig, seinen Platz in der Seilbahnkabine fand. Das schildert der Maschinist Alfons Alber so:
((10.17 Min.)) "Die Viecher sind alle in einer Kiste gewesen in einer viereckigen. Die ist einen guten Meter breit gewesen und zwei Meter lang und da haben wir die Ochsen hineingetan. Vor der Station haben wir sie aufgelegt und angehängt, dass sie ja nicht raus sehen und nichts tun können und dann haben wir sie die Kabine hinten aufgemacht und dann ist so ein Blech gewesen hinten zum einhängen."
Scikarosel Alta Badia


Pioniere waren es dann auch, die den Wintersport zu dem gemacht haben, was er heute ist, nämlich Wirtschaftsfaktor Nummer Eins im Alpenraum: Erich Kostner hat schon früh erkannt, dass ein Skigebiet ohne ein ausreichendes Netz von Aufstiegsanlagen wenig wert ist, auch wenn es im Herzstück der sagenumwobenen Dolomiten liegt. Er beschließt also kurz nach Ende des 2. Weltkrieges mit heimischem Kapital im oberen Gadertal ein zusammenhängendes System von Aufstiegsanlagen (Scikarosel Alta Badia) zu errichten. Dazu muss er aber die heimische Bevölkerung überzeugen:
((7.51 Min.))"Wie ich nach St. Kassian gekommen bin, da habe ich die Bevölkerung zusammenrufen lassen und habe die Frage gestellt: Wollt‘s ihr diese Einrichtungen gewinnen, ich garantiere euch bis zu Weihnachten mindestens drei Anlagen zu bauen und unter diesen Bedingungen waren sie sich natürlich von vorneherein bewusst, dass sie das wahrscheinlich auf anderem Wege nicht erreicht hätten, und deswegen waren sie vollständig einverstanden und wir sind losgestartet und haben das auch planmäßig durchgeführt. "
1966 hat Kostner sein Projekt mit der Erschließung des Piz La Illa abgeschlossen. Der Bau der Seilbahnen ist teuer. Vielen Gastwirten und Bauern zu teuer. Sie können das Kapital oft selbst nicht aufbringen. In den frühen 50er Jahren gibt es aber Beiträge von der Region, Verdienst des Karl Hölzl, wie Heinz Zeller berichtet:
((9.36 Min)) "Und gleichzeitig war es, ist es ihm gelungen mit der damaligen politischen Führung von der Region das durchzubringen, dass man für diese Bahnen auch erhebliche Beiträge erhalten kann, weil andererseits wäre es ja nie möglich gewesen für diese Bergbauern diese Bahnen zu bauen."
Meran 2000


Nur wer ausreichendes Know-how besitzt und Visionär genug ist, kann es wagen, ein Skigebiet mit allen Infrastrukturen wie Strom- und Wasserleitungen, Straßen usw. aus dem Boden oder besser auf den Berg zu stampfen. Hans Trojer aus Algund wagt es. Seine Schlosserei und Schmiede hat sich seit 1947 auf den Bau von Seilbahnen spezialisiert. Trojer plant zusammen mit einer Bozner Baufirma und einem heimischen Gastwirt Meran 2000. Das Großprojekt wird Trojer zum Verhängnis. Wegen der Wirtschaftskrise müssen beide Partner aus dem Geschäft aussteigen. Nur: Trojer hat schon einen Großteil seines Kapitals in das Skigebiet investiert und kann nicht mehr zurück. Meran 2000 wird gebaut, kleiner als geplant allen Schwierigkeiten zum Trotz. Sebastian Albert Trojer erinnert sich:
((19.38Min.))"Entweder machen wir das Meran 2000 weiter oder wir lassen das alles - wir haben dazumal schon gehabt 550 Millionen investiert - oder lassen wir das alles fallen aber mit dem Fallen lassen wäre es gar nicht getan gewesen, wir hätten alles müssen abbauen, was wir aufgebaut haben. Man hat es dann soweit gebracht, dass wir alles abgezahlt hätten die Schulden. Dann ist es soweit gekommen, dass die einen Anschlag gemacht haben auf unsere Tragseile und dann haben sie uns natürlich wieder einen Rückschlag gegeben, wo wir wieder haben müssen von vorne wieder anfangen."
Skiweltmeisterschaft in Gröden
In Gröden entwickelt sich der Wintersport anders: Unternehmer von außen wie der aus Rovigo stammende Gianni Marzola lassen sich hier nieder. Marzola bewirtschaftet den Plan de Gralba und war lange Präsident des Konsortiums Dolomiti Superski. Großen Einfluss auf die Entwicklung des Tales üben sportliche Wettkämpfe aus. Mit der Alpinen Skiweltmeisterschaft 1970 kam der große Aufschwung. Erich Demetz schildert eindrucksvoll die Auswirkungen auf die Lebens- und Arbeitsweise der Menschen im Tal:
((16.15 Min.)) "Ja das war eine grundlegende Wandlung für das Tal, beispielsweise könnt ich sagen, ich war damals noch Skischulleiter vor der WM, das sind die Skilehrer im Januar noch heimgegangen und haben das Heu geführt und das Holz geführt, sehr viele Betriebe haben einfach zugetan im Januar, weil einfach niemand da war. Und nach der WM hat man eigentlich keine Betten mehr gefunden auch im Januar nicht, es hat kein Januarloch gegeben und nicht nur das, man hat auch die Rolls-Royce nicht mehr zählen können auch die Porsche. Diese ganzen Leute sind nach ein zwei Jahren wieder ausgefallen, weil denen war Gröden damals noch nicht und heute auch noch nicht gewachsen."
Kunstschnee


Ohne Niederschläge kein Schnee, ohne Schnee kein Wintersport. Alle Aufstiegsanlagen müssen still stehen. Der wirtschaftliche Ruin für viele Betreiber. In den 70er Jahren kann sich das niemand vorstellen. Dann kommen sie aber doch, die schneearmen Winter. Erich Kastlunger aus St. Vigil hatte bereits eine Lösung. Er ließ die erste Scheekanone 1980 aus den USA importieren und damit seine Miara-Piste beschneien. Auch dies eine Pioniertat. Heute ist der Wintersport ohne künstliche Beschneiung unvorstellbar. Erich Kastlunger:


((22.10 Min.)) "Diese Idee stammt eigentlich auch von meiner Mutter. Denn als ich Student war habe ich Skikurs gemacht in St. Vigil und einmal zu Weihnachten war kein Schnee und dann sind wir doch Ski fahren gegangen und da hat sie gesagt“ wo geht ihr denn hin Ski fahren“ ja dort auf der Almwiese, dort sind 10 cm Reif und dort kann man Ski fahren mit Anfängern geht’s dort zum Ski fahren. Ja, da hat sie gesagt, das ist ein „Mords“ Glück, weil sie hat gesagt, ich kann mich erinnern, dass einmal im Winter überhaupt kein Schnee da war. Den ganzen Winter schönes Wetter und kein Schnee. Und das habe ich mir immer gemerkt und habe mir gedacht, dass kann noch mal passieren und ich kann mir nicht leisten eine Anlage oder mehrere Anlagen zu bauen, die im Winter still stehen. Das geht nicht."

Drei große in Stüdtirol ansässige Unternehmen hat der heimische Wintersport hervorgebracht: Die Firmen Trojer, Hölzl und Leitner haben eine große Rolle bei der Entwicklung der Seilbahnen und Seilbahnproduktion gespielt. Sie haben wesentlich dazu beigetragen, die Südtiroler Bergwelt für den Wintertourimus zu erschließen. Heute sind zwei von den drei Unternehmen weltweit führend: Die Firma Leitner aus Sterzing und Doppelmayer, mit der die Firma Hölzl aus Lana fusioniert hat.

In den Alpen werden heute kaum mehr neue Trassen ausgeschrieben. Fast jeder Aussichtspunkt ist jetzt an das Verkehrsnetz Seilbahn angeschlossen, es gibt dort oben nichts mehr zu entdecken. Nur mehr zu bewahren: Die Natur, das Kapital der Alpen.

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